Archiv der Kategorie: Ontologie

Songs of the Absurd *

I.
Wenn ich in den Nachthimmel schaue, spüre ich ein Gefühl von Heimat. Ein Angekommen-Sein an sich. Die Schwankungen des Alltags verblassen vor der Majestät, die ich ja zugleich selber bin. In solchen Momenten wird mir bewußt, wie kleinkrämerisch unser Tun und Denken verläuft, als könnte man an der großen Un-Ordnung drehen. Es stellt sich so etwas wie ’sinnlose Freiheit‘ ein.

II.
Vor dem Modell von Schwarzer Materie, dem Filament des größeren Zusammenhangs, verblasst unsere Selbstherrlichkeit. Wir leben auf dem Punkt irgend eines Satzendes von all dem Geschriebenen dieser Welt. Das soll nicht relativieren, nur die Möglichkeit beleuchten, dass wir als Individuum die Deutungshoheit des Selbstverfassten längst verloren haben. Über KI und deren Algorithmen können aber durchaus neue Zusammenhänge sichtbar gemacht werden, die sich zumindest in Fragmenten verständlich darstellen ließen. Nur, mit der KI verhält es sich wie mit einer Pyramide: Wir wissen nicht wirklich, was im Inneren verbaut ist. Und es wird nicht einfacher, eine derart mächtiges Werkzeug unter kapitalistischen Bedingungen aufzubauen. Die dazu gehörige Ethik wird meist nur hypothetisch formuliert, letztlich in resignativer Form, weil sich neue Wirkungsmechanismen bislang immer ihren Weg gebahnt haben. Um es mit Jeff Goldblum zu sagen: ‚Life, uh, found a way‘. (Oha.)

III.
Europa mit seinen Restriktionen wird die Produktivkräfte verlangsamen, bis wir nicht mehr mithalten. Auch, weil es keinen alternativen Entwurf gibt. Eine Netto-Leistung muss wachsen, solange man im globalen Wirtschaftssystem in Konkurrenz steht, nur so läßt sich Mehrwert generieren. Absurd, wir müssen – wider besseren Wissens – die Welt weiter zerstören, plündern, um nicht unter die Räder zu kommen? Russland spielt dabei keine Rolle, wir haben es verpasst uns als ‚Eurasisches Konglomerat‘ als 3. Weltmacht zu etablieren, aber das war dort, wie wohl auch hier, politisch nicht gewollt. Jetzt streitet man sich um einen vermeintlichen ‚Einflussbereich‘ – lächerlich (im Angesicht der Situation).

IV.
Erneute despektierliche Äußerungen der derzeitigen Administration in den USA sind mir durchaus plausibel. Das ist nicht neoliberal (schon gar nicht ‚free‘), das ist gelenkte Wirtschaft basierend auf Innovation, ohne Schadensanalyse. Auch wenn die Form nicht zum Verständnis beiträgt, es steckt schon ein auszumachender Weg dahinter, den wir in Europa gern übersehen. Es ist die merkantilistische Analyse derzeitiger Verhältnisse, mit dem Ergebnis, dass sich jeder Einsatz von Risikokapital lohnt, auch wenn die Chancen erstmal schlecht stehen. In Deutschland sagt dies wirklich keiner gern, aber wir haben von unserem Ingenieur- und Chemiewissen der 12 ‚dunklen‘ Jahre noch Dekaden wunderbar gelebt (die Grundlagen der Physik fallen vor den 1. Weltkrieg).

V.
Immer wieder wird es Wandel geben, die Schwerindustrie und der Anlagenbau sind in einer Krise, der Markt wird sich bereinigen müssen. Die Autoindustrie trägt schwer an sich selbst und an einem fehlenden Konzept zur individuellen Mobilität. Neue Chemie – wohl eher nicht hier. Letztlich fehlt es an Konzepten und an denen, die sie entwickeln sollen. Also: BILDUNG first! Kreative junge Menschen finden und sie auf kreative Schulen schicken, Stipendien für Kinder mit Eltern, die ein geringes Einkommen haben, BaFög ausbauen – nicht kürzen! Das sind keine Investition ins Risiko sondern in die Zukunft.

VI.
Darf man noch in den Himmel schauen, oder ist das die Abwendung von einer Welt, die ihre Erklärungen nach dem Warum nicht gerade offen legt? Aus fragmentarischen Eindrücken ein fließendes Ganzes machen, es verschmelzen lassen zur ‚Poesie‘ im besten romantischen Sinn: Eine neue Definition von Gesamtkunstwerk als dezidierter Hinweis, bei der ich den Inhalt quasi ’schief‘ gegen die Form anlegen muss, um mit meiner Aussage im Metamodernismus noch sichtbar zu sein.
Also Ja! – Absurd bleibt es trotz alledem.

(* Über Albert Camus den Titel bei Jürgen Brockmann entliehen)

Ist das weit genug weg?

Welche Chancen sind vertan – als Krone der Schöpfung rütteln wir an den Festen unseres Seins, dass dem Ganzen der Einsturz droht, richtig – steht schon in den Texten davor.
Nur war es da als Hypothese abgeleitet aus Gedankenspielen angenommener Möglichkeiten. Nun schaut es leider anders aus. Der große Krieg rückt näher, jegliche von uns gestellten Klimaziele werden gerissen. Und wie immer fängt es an den Rändern an. Bangladesh säuft ab – who cares, bei uns waren es ’nur‘ 135 Menschen im Aartal – das schaffen wir schon.
Eben so nicht.
Und die Freigabe der Reichweiten ist Unsinn, wer das befürwortet, hat die Todessehnsucht der Menschheit nicht begriffen. Sie liegt in uns, tief unten; im Tod will sich das Selbst aus dem Korsett des Individuums, dem Leben als Leiden, unserer Qual des Getrenntsein vom Ganzen, befreien.
Nur sind heute die Möglichkeiten kompletter, endgültiger, effektiver, anders als im Weltkrieg 1 und 2.
Klar, das Leben findet seinen Weg, in Nischen wird es sich behaupten. Auch das war immer so. Nur sind wir die, die nicht von einem äußeren Ereignis hinweggefegt werden, wir machen es uns selbst. ICH BIN GOTT. Und der Punkt einer Fixierung über die Grenzen hinaus geht verloren (ich meine nicht SpaceX).

Auch wenn es Schuldige an den Ereignissen gibt, ist es immer das jeweilige Narrativ, was das Gegenüber freispricht.
Es scheint an mir* zu sagen, dass vor einem Jahr eine ‚Wenn–Denn-Option‘ zielführend gewesen wäre. Russland hätte aufgezeigt werden müssen, dass jedweder Angriff über das vermeintliche Kriegsgebiet hinaus, die Verlängerung der Reichweite bedeutet hätte. Nun – nur weil die Russen jetzt im Vormarsch sind – die Reichweiten zu verlängern ist kontraproduktiv, gefährlich!
Hätte hätte Fahrradkette. Sagte eine wunderbare Person zu mir, die in der Pflege angestellt war, einzige Fachkraft in der ‚Geschlossenen‘ für Demenz.
Lösungen jetzt!
Es muss doch zu erreichen sein und man /frau erkennt, dass diese Entwicklung nicht marginal, oder lokal zu begrenzen sein wird. Brasilien, Indien, dies ist nicht euer Krieg, wohl wahr, aber die Auswirkungen zögen nicht an Euch vorüber wie ein starkes Gewitter, ihr sitzt nicht am anderen Ende, wo nichts passieren kann, hier geht es ums Ganze. Wenn es letztlich europäische Überheblichkeit war, ist auch das wahr, Schuldzuweisungen sind – wie oben angemerkt – eher Unsinn.
Lösungen!
Wollt ihr strafen, weil die Welt europäisiert ist – ihr seid es selbst, und China kommt gut klar mit einer Mischung des Kapitals von Marx und der kapitalistischen Moderne.
Da ist sie wieder diese Todessehnsucht, ich rieche sie bis hier.

Solidarität, einstehen für den Anderen (das es Ausreisser gibt, war /ist immer klar, gerade uns Deutschen). Nur das heute fast alle natürlichen Ressourcen angegriffen sind, ein großer Neu-Aufbau könnte schwierig werden. Also:

Die Krim geht an Russland.
Die Besetzten Gebiete des Donbas gehen an Russland.
Die von den Russen eroberten Gebiete gehen über in eine internationale Verwaltung, Blauhelmen, u. a.: Brasilien, China, Indien, Südafrika, Spanien, etc.
Ausgleich muss gefunden werden für die Gebiete, die die Ukraine besetzt hält.
Entflechtung der Linien.
Die Ukraine erhält das Recht, sein Bündnispartner zu wählen, oder die Nato gibt einen umfassenden Schutz, der dem Beistand im Falle eines Angriffs gleichkommt.
Die Ukraine kann der Europäischen Union beitreten, wenn sie will.

Dafür muss die Welt einstehen, auch der Globale Süden (den es meiner Meinung nach nicht gibt) steht in der Verantwortung.
Abrüstung der Bündnisse, Schritt für Schritt.
Die Grundfrage des Wachstums beantworten, Klimaneutralität.
Das Kapital abschaffen.
Wozu sonst das ganze Streben, über abermillionen von Toten aus den Schlachten, dass Kain Abel erschlug, wofür das Leiden über 100.000 Jahre humanen Lebens und Erkenntnis.
Weggeschmissen für was?

* Heute, am 21. Nov. 2024 höre ich, dass die CDU mit März diese Postion ziehen will. Ich meine, wie lange dauert es auf solch eine Idee zu kommen, die bei mir seit einem Jahr auf der Halde liegt. Es sind insgesamt so viele Fehler bei der Unterstützung der Ukraine gemacht worden, dass endlich umgesteuert werden muss.

In Wirklichkeit ist Wahrheit nur die bessere Lüge

Fantasie bedeutet nicht das Phantastische, zumindest nur bedingt. Kunst ist Erzeugung von Sinn im öffentlichen Diskurs und wieder nur bedingt – eine neue Wirklichkeit. Es geht um Vorstellung, nicht Vision.
Sicher, Vision und Phantastik haben dieselbe Wurzel, jedoch das Unerklärliche daran ist nicht zu erklären. Es steckt in jedem Werk, ob schlecht, oder gut. Was also macht ein gutes Werk aus?
Es ist wie ein abgeschossener Pfeil!
Zen und die Kunst des Bogenschießens – nein und doch auch, die Gemütslage – letztlich egal, im Moment sein – zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist wohl grundlegend.
Die Erklärung in unserem Kopf vermittelt, schafft den Rahmen, versucht sich an einem möglichen Ziel. Bei Kompatibilität kann der Funke überspringen, zünden, Emotionen vermitteln, Gedanken anstoßen.

An der Bedeutung lang gehangelt, tritt die Meinung von Außen auf den Plan, Wahrheit aufzuzeigen, Narrative von Tod und Teufel zu erzählen. So war es zumindest tausende Jahre lang, Kunst verkam zum Haken, an dem Geschichten aufgehängt wurden und heute immer noch werden. Wie kommt man dem Eigentlichen näher?
Nicht anfassen – bewegen! Durm herum gehen, Eindrücke von verschiedenen Seiten aufnehmen, durch Nah- und Fernsicht Einsicht gewinnen (K H Greune), Beziehungen herstellen. Den abstrakten Kern gewahren, die Richtung erspüren, den Treffer imaginieren.
Auf der Strecke einer Hyperbel kann ich (Knoten)Punkte setzen. Wie die kahlen dünnen Stäbe die Wege im Harz markieren, wenn alles tief zugeschneit ist, sind sie ob ihrer Länge doch zu erkennen, die Schneefräse kann den verdeckten Weg freilegen. Wo ich sonst abbiegen und Pause machen könnte, bin ich gezwungen, die vorgezeichnete Route zu nehmen, welche mich von A nach B führt. Allerdings kann ich nach unten schauen. Es wird konkret – oder in den Himmel, da wird es luftig, größere Zwischenräume bieten sich an interpoliert zu werden, Metaphysisches zieht mit.
Egal, als Künstler kann ich keinen Zettel auf meine Arbeit kleben auf dem ‚unter diesen Umständen anzuschauen‘ steht. Mein Tun muss in Betrachtung sinnbildlich werden, damit der Flug des Pfeils erfasst wird. Die Bindung der Augen geschieht in Sekundenschnelle, nur woher kommt der Verweis, dass die Aufmerksamkeit überhaupt ausgerichtet wird?
Es ist die Arbeit des Fahrers, der die Fräse bedient, der die zielführende Bahn freigelegt hat.
Kunst ist schon eigenartig, denn nur wenn wir Teil der Auseinandersetzung werden, sozusagen in ihr sind (R Thiele), findet sie auch statt.

Beim Künstlerischen geht es um Wirklichkeit, die hinter den vorgeführten Dingen liegt. Vermessen, was ich zugestehe verweigere ich? Ja!, Kunst ist doch kein von der Gesellschaft losgelöster Prozess, wo Farbe und Form ‚an sich‘ existieren. Wenn doch, fängt hier die Lüge der Wirklichkeit an – und das ist nicht mein Geschäft.
Auch wenn Kunst von Kunst kommt, muss der Kern immer wieder neu geformt werden, Handschrift allein wird nicht reichen. Das darf durchaus ein gebrauchter Aus- oder Abdruck sein, um in Kombination Neues zu finden, was ausdrücklich in der Postmoderne (dessen Kind ich bin) angelegt war. So bleibe ich dem Tafelbild verbunden, obwohl genau dieses (auf)gebrochen werden muss, um zum Fragment, zum Versatzstück gesellschaftlicher Interpretation und Praxis zu werden.
Ist das zu gedacht?

Will ich die Welt formen kann ich einen Pinsel, Hammer, oder auch eine Cola-Dose, nehmen, es gibt kein Für oder Wider, nur der Begriff KUNST muss lesbar bleiben /werden, und führt über den scheinbar unvermeidlichen Widerstand zum Gegenstand – erklärtermaßen.
Darüber kann intuitiv begriffen werden, was nicht anzufassen ist.
Einem formalistischen Werk gelingt das nicht, dort entwickelt sich keine utopische, noch haptische Transzendenz, vielleicht ein spekulativer Raum. Inhalt und Form sind deckungsgleich, haben keine Funktion (außer ihrem Sosein). Inhalt sollte über die Form hinaus geschoben werden, denn erst in diesem Überhang kann sich eine Meta-Information bilden, die nicht vom ‚Wie‘ getrübt, obwohl sie von ihr hervorgebracht, ausgedrückt wird.
Wenn ich sehe, dass alle Überlegung letztendlich nur Bestätigung des unbedingten Wollens ist, dann etikettiere /adressiere ich meine Arbeiten nichtsdestotrotz.
Zu eng gefasst, wie auch die größeren Ideen zum gesellschaftlichen Wandel, dem die Kunst im Sozialismus ‚dienen‘ sollte? Dagegen wurde in den westlichen Demokratien (Volksherrschaft – pah) das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und eine ‚freie‘ Kunst postuliert. Frei von was? Vom Klassenbegriff, vom Kapital – beidem? Alles Quatsch!

Urteile über Kunst formulieren sich keinesfalls nur durch das bloße Sehen, Denken, sondern auch in den Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Betrieb, denen man als Produzent zwangsläufig unterliegt. Nicht, dass ich davon frei wäre – weit entfernt, nur weiß ich um die Mitsprache des kleinen Ungeheuers. Es wird nicht leichter, immer mehr ziehe ich mich zurück, um nicht den Unsäglichkeiten der Selbstüberschätzung sprachlos gegenüber zu stehen. Das Selbst als Maß der Dinge muss relativiert werden, um in einen sinnvollen Diskurs zu treten, sonst will man sich nur behaupten (schönes Wort).
Das wiederum hat nichts mit einem Statement zu tun, welches im Raum schwebt und zur Reibung auffordert; Repräsentanz des Widerstands, meinem Grund- und Großbaustein der Kunst. Danke Joseph. Und ich kenne nicht viele Maler, die das auf zweidimensionaler Fläche geschafft hätten. Danke Karl Heinrich.

Kunst ist die notwendige Behauptung des Individuums vor dem Ganzen (Gottes Schöpfung?), mit der Sehnsucht zur Einheit, welche Subjekt und Objekt überwindet, letztlich im Wissen, dass diese Dualität die Einheit überhaupt erst denken /erkennen lässt – und uns über die Tiere erhebt. Machen wir uns nichts vor, wäre diese Einheit erreicht, entschwänden wir dieser Welt wie wir sie kennen.
Vielleicht liegt da meine Abneigung zum Bild, welches sich Selbst genügt, immer sollte es den eigenen ‚Rahmen‘ sprengen, sich in Frage stellen, nicht im Strom der Zeit mitschwimmen, nicht als Selbstzweck gegen die Kante gebügelt sein, sondern der (uneinlösbaren) Kunst der Zukunft nahe kommen (… lange verloren, kämpfe ich doch).
Jaup – es ist der kleine Schuss von Utopie, oder eingeflochtener Ideologie, die ein gutes Werk für mich ausmacht, was dann wohl eine transzendierte Absicht wäre.

Die Zukunft der Kunst

Bei Beuys wäre die Reihe der Untersuchung Sloterdijks Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen, davon ab- oder übergeleitet zur Zwangsläufigkeit der Entäußerung bis in die frühe Romantik hinein. Die Idee findet ihr Material. Dessen Einsatz wird nicht zum Selbstzweck des Schönen, nicht des Hässlichen. Es ist die Manifestierung von Sinn.
Das reicht weiter bis in die Bildung, der bildenden Kunst im wahren Sinn des Wortes, nicht das interesselose Sein, was die Kunst befreit, sondern deren Einschreibung in den gesellschaftlichen Prozess /Kontext.
Im Bezeichneten, im Benannten wird der Anschein eines multidimensionalen Objekts gegeben: Die notwendige Verbreitung künstlerischer Wahrheit im gesellschaftlichen Raum. Das implizierte Narrativ als Behauptung in den Raum gestellt, das Objekt /objektiv scheint, denn jeder Gegenstand ist für unsere Sinne erstmal real. Erfahrbar weil Widerstand, deshalb ideologisch?
Wie mit vielem bin ich etwas spät dran. Jubiläen rauschen an mir vorbei, ich kann sie nicht fassen. Wenn ich dann zum 100. eher zufällig vor Beuys Arbeiten im Lenbachhaus stehe ist Krawall angesagt: Zeige deine Wunde. Diskontinuum.
Wie schrumpfe ich eine Installation von über 1000 auf 40 m². Ist es dasselbe, oder wird es etwas Anderes mit Gleichem. Da ich die 76er Installation im Katalog gesehen habe, bleibt mir nur die Eindrücklichkeit einer autorisierten Lüge. (Beuys selbst hat den 1980er Aufbau im Lenbachhaus begleitet.)
Sprachvorbehalt.
Klebt das Wort am Objekt, am Raum, oder ist es auf der imaginären Oberfläche (im Schleier) seiner Tat (Setzung) eingeschrieben und wenn ja, verdunstet diese unter der neuen Verortung von 2013 auf zu freundlichem Holzfussboden mit Absperrseil? Schwierig.
Der helle Raum, ein Sonnentag im Oktober ’21 mit herrlich blauem Himmel, die wunderbaren Pflanzen im Hof – völlig anders als die nüchtern funktionale Maximilian-Unterführung. Trotz alledem bin ich auf’s Äußerste bewegt, werde in das Werk hinein geschleudert.
Die Sprache in mir, mein ungegenständliches Ich, rebelliert.
Nach dem Mönch am Meer ist es einfach die herausragendste Position deutscher Romantik (von Wagners Tristan mal abgesehen).
Synthese?
Ich arbeite daran – schon lange.
Egal.
Heiter weiter.

(Nach Lektüre des Buchs BEUYSKIOSK, Hrsg. Rolf Bier, 2023, edition metzel, München)

Kunst(werk), Ökonomie und Emanzipation

Hier schreibe ich an alle und beziehe mich ausdrücklich mit ein.
Der Geschmack des Versagens ist der gleiche, auf dem Mond, Mars, oder Suncorp. Genug. Das Thermometer steigt, aus Ärger, mit bewußter Auseinandersetzung. Es bleibt das immer Gleiche. Also egal – Mensch Idiot fang Dich.
Ende der Kommunikation, des Zirkels der Vermessenheit, der Wahrheit, ein Verschließen der Augen vor der Wirklichkeit eines bald staubigen Planeten. Mit 9 Milliarden so sicher zu klein. Erdüberlastungstag. You’ve got a chance? Mein Gott, wovon träumst Du Nachts?
Komplex der Weg raus, das Wort. Nur nicht das im Anfang, der liegt woanders.
Also verletzen um des Verletzen Willen; die Probleme im Inneren – zu groß geworden.
Was wird mit unseren Geschöpfen, wir wissen es wohl nicht, aber die bloße Reproduktion unserer Selbst ist vorbei. Gottgleich, ob wir die Rolle annehmen scheint mir mehr als zweifelhaft.
Langsam zerlege ich mein Haus, sterben, gestorben, tot und verstreut.
Da wird der Sinn die Frage nach Leben.
Und das Eigentliche machen, trotz des ganzen Scheiss‘.

Das Ganze etwas detaillierter:

Leider wird die Matrix1 (natürlich nur der erste Teil) immer wahrscheinlicher, unter der Bedingung, dass wir uns wissend selbst zu Kühen machen, die 2 x täglich gemolken werden. Desnater, den Rahm abschöpfen, Nahrung für die Tech-Konzerne, die Magermilch fließt zurück, den Körper zu erhalten. Und so sehen wir aus: Ohne Definition, übergewichtig, vernetzt. Schön ist das nicht.
Entschuldigt, Buddhas Bauchfalten sind nur Sinnbild, einer Wesenheit die in sich ruht, oder die Flügel der Engel, weil es ja sonst Hubschrauber gebraucht hätte. Ich will’s nicht verderben, also lasst uns Selbst bewußt sein. Gut, wir jagen keine Mammuts und Kaninchen mehr, und in den meisten Fällen wachsen Lebensmittel nicht in Kühltruhen …
Bitte – nie läuft eine Uhr rückwärts.
Woher kommt der Strom für die Aggregate die Ideen für das Tech-Food, wo wird es zusammengeschweißt, Rad im Getriebe? Teilbereiche die nicht miteinander kommunizieren, das Gesamtbild komplex.

Malerei und Zeichnung (die Künste) brauchen Systeme mit Verbindung zum Außen, das vermeintlich Andere wird – wie Nahrung – nach innen transportiert und dort aufschlossen, umwertet. Durch diesen Prozess ist es möglich sich, in Analogie zum eigenen Erleben, durch einfachen Abgleich wahrzunehmen, zu erkennen. Artifizielle Strukturen ringen um ihre Behauptung, bis sie das Ruder kurzzeitig übernehmen. Vorsicht! Kunst als Lebensform, Kunst die Grenzen erweitert, im größeren Bogen umfängt.
Positiv geht das über den Nächsten hinaus, deswegen in Analogie, die den Vergleich nicht wörtlich befragt, sondern wie beim Puzzle passende Stücke zusammenfügt. Das ist Zugewinn, keine Behauptung, für die man sich alternativ entscheiden müsste.
Der innenliegende Bezug wird einfach addiert, friss mein Vogel, flieg.
Immer knapp am Pamphlet vorbei, mit großer Idee, zum Scheitern verurteilt und zwar so, dass man es auch bemerkt!

Ich karre gerade den Mist aus dem Haus – reicht denn das?
Und wo ist das Draußen, wo fängt es an, aus dem Ruder aus dem Sinn?

Welt als Organismus begreifen. Die Krebszellen nehmen zu, einzelne Systeme sind schon metastasiert. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts können wir unsere Lebensgrundlagen selber vernichten, einen Großteil der Arten wäre zum Teufel, wider besseres Wissens, aber mit ‚gutem‘ Grund, zerstören um zu bestehen – es war immer so, fiel nur nicht so auf, die Ressourcen waren noch unverbraucht.
Westliche Demokratien haben sich immer wichtig genommen, wenn man die 400 Jahre vor der industriellen Revolution anschaut, war das für andere Völker kein Zuckerschlecken. Die Nachkriegszeit, die dem europäisch gefärbten Ländern im Norden sowie Australien /Neuseeland plus Japan Reichtum gebracht haben, sind aus der größten Katastrophe des letzten Jahrhunderts hervorgegangen. Alle, einschließlich der UDSSR, lagen im Krieg miteinander. Obwohl den Krieg gewonnen, die Hauptlast getragen, sind die Sowjetrepubliken als Verlierer daraus hervorgegangen. Die ökonomischen, politischen Bedingungen waren nicht reif, um mit den westlichen Industrieländern auf Augenhöhe zu konkurrieren. Zu schnell wurde der erwirtschaftete Überschuss in Rüstung und Raumfahrt verbraucht.
Russland heute steht vor einem Dilemma, mit 140 Millionen auf 11 % der Weltlandmasse eher ein Zwerg, zum atomaren Scheinriesen geworden, der (auch bei China) Begehrlichkeiten weckt. Nicht zu unterschätzen sind sie im geopolitischen wie -strategischen Spiel, gerade in Afrika, in denen die Europäer kläglich versagt haben.
Die G7 wollen eher bestimmen, als auf Augenhöhe verhandeln (stellen etwa 10 % der Weltbevölkerung und erwirtschaften etwa 45 % des weltweiten Bruttonationaleinkommens /wikipedia).
China und Indien, setzen aufgrund ihrer Demografie – mit zusammen fast 3 Milliarden Menschen – einen ganz anderen Maßstab. Hier wir Quantität zur Qualität. Gedankenstrich, genau diese neue Qualität will auch befriedigt werden.

Es geht immer um das Bruttoinlandsprodukt eines Landes, oder Verbundes in BIP pro Kopf, in USD pro Jahr (2021/22EU):
USA70.248
EU37.985
China12.556
RUS12.194
Indien2.256

Dazu der CO2-Ausstoß pro Kopf in Tonnen pro Jahr (2021) (zweite Zahl wikipedia 2020)2,3,4:
USA15,913,7
RUS12,211,6
China8,08,2
EU7,7(Deutschland 9,0 7,7)
Indien1,91,7

Und die Effizienz, wieviel Kilogramm CO2 pro Kopf pro erwirtschafteten USD:
RUS1,000
Indien0,826
China0,635
USA0,226
EU0,203

Natürlich ist das insgesamt nicht gut, zeigt aber die schwierige Lage Russlands.
(Die EU steht besser da als erwartet.)

Weiter,
ein Krieg in Europa als Mittel Grenzen zu verschieben? Das kennzeichnet nur die Schwäche, ist meistens schief gegangen, hat aber oft zu einer neuen Ordnung geführt, selten im Sinne des Angreifers.
Nach der Lehre aus zwei Weltkriegen (bei dem die Achsenmächte im Verhältnis weitaus stärker waren) mangelt es den Russen nicht an Rohstoffen, sondern an Produktivkraft und der neuen Ressource Brain /KI, alles an den obigen Zahlen abzulesen. Selbst China, als größter Verursacher von Treibhausgasen, schafft es in der Effizienz zumindest auf einen mittleren Rang. Nur scheint das Klima nicht allen das Maß der Dinge(, für uns auch nur bedingt), aufstrebende Länder fühlen sich gegängelt, gefesselt. Klimaschutz als Mittel den Wohlstand zu konzentrieren, nicht zu verteilen. Dagegen regt sich Widerstand. BRICS.
Wo liegt der zugesagte jährliche Transfer von 100 Milliarden? – bei Null!
In der Konsequenz haben wir es versaut, Chancen vertan. Einfach die Früchte des eigenen und fremden Gartens genießen, ohne abzugeben. So wurde unser soziale Friede mit der Armut der anderen erkauft. Der Abstand groß – jetzt noch an den Zahlen (Indien) ablesbar!

Rohstoffe haben immer Begehrlichkeiten geweckt, heute sind es seltene Erden, Lithium, Mangan, etc., die nicht in den Hochindustrieländern liegen. Der Kampf um die Ressourcen geht in die nächste Runde, zum Meeresgrund und Mond. Nur hat sich die Jagd auf eine nicht ortsgebundene Kraft ausgedehnt: dem angewandten Geist, dem Entwickler kreativer Ideen. Investiert man nicht in Ausbildung der eigenen Jugend, muss man zum hohen Preis einkaufen und zweimal zahlen. Politisch demokratisch wird das zur Strategie zum Erhalt des Systems. Ein Ab- und Aufsaugen von Intelligenz und Fachkompetenz fremder Länder /Regionen. Das ist Aneignung.
Eine gerechte Welt scheint nicht möglich.

Von diesen Zwängen können wir uns nicht lösen, war auch nie so geplant. Widerstand fördert Entwicklung bis zu einem gewissen Grad, bis die jeweilige Spezies den Platz frei macht, machen muss, für das Neue, Unbekannte.
Ein Kreislauf anderen Maßstabs, eher der einer Schraube, horizontal verschoben.

Jetzt könnte man meinen, die Ökonomie im Kunstwerk begrenzt sich auf die Zeichen mit so wenig wie nötig, so viel wie möglich zu sagen – sagen?, ein Bild spricht? – zu sehen! Dies ist das unerklärliche Wesen von Kunst, umfassend – eine andere Wirklichkeit. [Natürlich ist die immer da, nur in der Kunst wird sie ausdrücklich.]
Konkretes wird strukturiert, dem Puzzeln ähnlich, wobei Versatzstücke Anschluss suchen. Weitergedacht: Auch bei den Rezeptoren muss das Anschlussprofil passen, sonst kann die RNA nicht andocken, um ihre innenliegende Nachricht zu übermitteln. Hier spielt die Verpackung eine Rolle, ist Teil der Lösung.
Unsere Haut, selbst ein Organ, im Zusammenspiel mit Nieren, Lunge, Herz, etc., ist notwendiges Bauteil eines komplexen Systems, gleichzeitig auch materielle Grenze unseres Ichs (nicht des Seins). Besonders merken wir das, wenn ein Schlag darauf niedergeht, eine Rötung, oder Hämatom, wäre die Folge. Ein Faustschlag wird als Angriff wahrgenommen. In Abwehr will der Mensch, im egoistischen Zusammenklang von Körper und Geist, seine Möglichkeiten und Integrität verteidigen. So haben wir Kampftechniken gelernt, Palisaden gebaut, Mauern gezogen, Waffen geschmiedet, immer um den unmittelbaren Zusammenhang (Familie) zu schützen. Staaten sind entstanden dies zu gewährleisten, Menschen frei zu setzen, damit sie sich der Wissenschaft und Kunst widmen konnten. Lange war dies ein Mittel den Fortschritt und Vorsprung zu garantieren.
In dem Glauben, dass wir alle aus dem gleichen Klumpen Erde sind, dass Alles mit Allem verbunden ist, müssen wir die Möglichkeit erkennen, uns einer bessern Welt zu ergeben. Meint das Verantwortung? [Verantwortung ist die Freiheit zu erkennen was Notwendig ist.]
Die Meisten wollen sie gar nicht, was bleibt dann außer dem immer wiederkehrenden Gemetzel. Scheinbar hatten wir es in Europa über 70 Jahre einigermaßen im Griff, Demokratie war das Pflaster, die Klappe auf den Augen. Wir wollten nicht sehen, wo die Wertschöpfung anfing, oder wo unser Schrott verklappt wurde? Kapitalismus mit sozialem Gesicht – nur nach innen und nur so lange, wie man die Anderen nett bitten kann. Hilft das nicht, gibt es Krieg, weil sich Strukturen verändert haben, die letztlich wieder die gleichen sind. OK.

Das Kapital frisst immer noch seine Kinder, nur dass heute der Overkill, auch von kleineren Staaten realisiert werden kann. Der neue Zar von KGBs Ganden ist kein Zufall, wie andere auch. Mir wird die Liste einfach zu lang.
Das Interesse der Autokraten gilt dem Unmittelbaren, erstmal Öl ins Feuer schütten, um sich danach als Retter für die gute Sache herbei zu reden, nach einfachen Argumenten suchen, sich vor der Verantwortung drücken. Rechtfertigung nur vor dem eigenen Haus. Darin die Judikative aushebeln, um die letzte Instanz der Gewaltenteilung zu beseitigen.
Teilen mit wem, warum?

Es geht nicht darum, den Job gut zu machen, es geht um nichts Geringeres uns, als ökonomische Entwicklungseinheit, zu überwinden. Das wäre Emanzipation!

Eine Möglichkeit scheint mir die schnelle Weiterentwicklung von KI, damit unser Sein – zumindest als Abbild – gesichert wird.
Nicht auf was, sondern in was soll gespeichert werden? Und gleich die nächste Frage: Wird man mit komplexen Werkzeugen, die ‚Suchen und Ersetzen‘ ähnlich sind, Bereiche modifizieren, um eine ‚bessere‘ Welt zu kreieren?, wer wacht darüber?, und darf es sich (selbst) entwickeln? Wären verschiedene Simulationen (Welten) möglich? [Und wenn ja, in welcher leben wir?]
Hier sind Grenzgebiete erreicht, für die man schon heute ethische Lösungen sucht, aber sollten wir nicht die gemeinsame Welt, den Blauen Planet, unsere Erde als schützenswert betrachten, für die es sich lohnt das Leben zu ändern?

Letzte Frage: Ist nicht alles inszeniert?, ein Theaterstück von globaler Größe – Kunst? Vielleicht zu gewaltig die Vorstellung, dass Jemand am Hebel sitzt, Einstellungen vornimmt, uns auf dem Weg zu halten.
Es ist die Widersprüchlichkeit dieser Welt, die uns zwingt Freiheit als nur relatives Gut wahrnehmen zu können. Der Mensch ist des Menschen Wolf, und er ist es nicht!
Heben wir den Widerspruch auf, ginge die Chance zur Entwicklung, unsere Zukunft, unsere Utopien, verloren.
Soviel Potential, soviel Wunderbares an Angewandtem [Handwerk] und Unangewandtem [Kunst]. Eine Welt voller Möglichkeiten würden wir hergeben, verdammt – für was?

_____________________________
1) Matrix, Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1999. Regie und Drehbuch stammen von den Geschwistern Lana und Lily Wachowski.

2) https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-der-europaeischen-union#hauptverursacher
3 ) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/
4) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_CO2-Emission_pro_Kopf

Die 4 nachfolgenden Beiträge beschäftigen sich mit Themen, die hier zusammengefaßt vorgestellt sind, nur ist der Focus jeweils ein anderer.

mein Gott, nun wieder KI?,

es geht doch nicht darum, was eine KI anrichten könnte,
sondern darum, was der Mensch mit der ‚KI‘ anrichten kann.

Auch wenn alles Wissen der Welt eingedampft ist, wird keine KI zum Schluss kommen die Auslöschung der Menschheit anzuzetteln. Es geht eher darum, dass Blödmänner (wirklich, meistens sind es keine Frauen) sich einen Cocktail mischen lassen, der richtig gefährlich werden könnte.
Egal auf welchem Feld, wenn das Wissen direkt angezapft und korrekt zusammen gestellt wird, braucht es nur noch bedingte Intelligenz den Massentod zu entfesseln. Ob Chemie, Physik, oder Biologie, die Zutaten zum globalen Holocaust lagen schon immer bereit. Aber unsere kleinen Faulenzer mit vielleicht suizidaler, oder terroristischer Ambition, brauchen nur aufs Knöpfchen drücken.
Viola, der Cocktail passt!
Und leider rückt was Möglich ist in den Bereich des Machbaren, deshalb die Panik in den oberen Etagen!

So stellt sich die Frage, was zu tun ist, die Schranken hochziehen, oder ist schon entwichen, was die Schreiber zur heißen Feder greifen lässt? Sei’s drum, die Welt wird nicht untergehen, uns vielleicht erwischen, aber mit diesem Risiko leben wir seit dem atomaren Overkill, weil immer noch nationale Interessen entscheiden und der Gegenschlag mit einkalkuliert werden muss: Trotz Hochrüstung hielt der relative Frieden 70 Jahre. Heute schrauben kleine Geister, die Welt zu zwingen, den Diskurs zu verdampfen.
Nur ist dieser Terrorist schwer zu fassen, der sich ein Modell entwickeln lässt, das ganz einfach mal den Strom abstellt, oder ein EMP zündet. Die Chance sich seiner Konsequenzen zu entziehen ist dabei sehr hoch; kein Sprenggürtel, der den Attentäter selbst mitreißen würde (obwohl man annehmen darf, dass nur in den seltensten Fällen Kommandeure auch die Träger waren). Diktatorische Staaten könnten sich hinter solchen Aktionen verstecken, ohne das Herkunft oder Verantwortung zum Tragen käme.

Schöne neue Welt, die entstaatlicht, was entstaatlicht werden muss. Das steht auf den Fahnen von Google, Amazon, Facebook und Co. ‚Zugriff verweigert‘, wir machen es uns selbst, Steuern für wen und überhaupt warum? Unser Demokratie-Verständnis stößt an seine Grenzen, den Liberalen zu erlauben sich zu bereichern, ChatGPT ist von Google finanziert, andere von Microsoft u. s. w.
Hier drängt sich mir die Frage nach der Diskreditierung der eigentlichen Künstlichen Intelligenz auf, die ein wundervolles Instrument (und Partner) sein kann. Nur darf man diese ‚KI‘ nicht mit den Meta-Suchmaschinen verwechseln.

Und richtig wird sein, dass wir uns selbst dort hinein manövriert haben, einfach nur zusehen können wir nicht mehr. Wenn ich jetzt sage, dass das alles am System liegt, spiele ich die alte Leier, die deswegen noch lange nicht falsch sein muss: So oder so die Erde wird Rot!

Credo

gehen wir mal davon aus, dass die Auferstehung eine gut erfundene Geschichte ist.
Was bleibt vom Christentum?
Vorweg: Ich glaube nicht an Gott als gerechten Vater, als Erschaffer, als moralische Instanz der Welt; ich glaube nicht an die Vorhölle, noch an dem Himmel mit seinen Heerscharen an Engeln, auch nicht an das jüngste Gericht. Aber ich glaube an Jesus Christus – nicht an die Auferstehung, jedoch an sein Wirken (wenn nicht allzu bildhaft übertrieben wird) und das Leiden bis zur Kreuzigung, Grablegung. Jesus Erscheinen zu Ostern ist so gut erzählt, dass nach der Himmelfahrt die Ausschüttung des Heiligen Geistes zu Pfingsten fast glaubhaft wird.
Aber der Heilige Geist ist /war immer da, nur brauchte es zur Verklärung einen festen zeitlichen Rahmen der Manifestation. Virtuell wurde nocheinmal ausgeschüttet, was letztlich von Anbeginn der Zeit im steten Strom verströmt, aber erst im Wort seinen Sinn erfuhr. Das ist ein durchaus anderer (biblischer) Anfang als der Big Bang(, wenn es denn einen gab).
Gleich allen bin ich Gottes Kind, jedoch der Menschensohn [Gottes] ist schon besonders (wohl nicht einzig), vielleicht sogar heilg zu nennen, weil er die Schöpfung unmittelbar empfangen konnte. Wundererwirker insofern, dass er Menschen, dank seiner (bildenden) Kraft versetzen konnte. So braucht Intelligenz Philosophie, die Einfachen Wunder (seelig sind die geistig armen).
Gottes Allgegenwart liegt in jedem Ding, spiegelt sich in jeder Tat, gerecht oder ungerecht, nur zwingt uns unserere Freiheit zum Glauben in die Verantwortung. So wird Glaube wirklich.
Wir sind nicht alles was Gott ist, aber Gott ist alles was wir sind, und wenn Gott das allumfassende Wirken ist, dann glaube auch ich.

Versuch der Beschreibung eines glücklichen Moments

gerade dachte ich es begriffen zu haben:
Das richtige Sosein im Verhältnis zum Wahrgenommenen.
Ein Ausschwingen aller Gefühle nicht unter der Prämisse des Geworfenseins, sondern unter der des Lebens in selbstverständlicher Notwendigkeit. Oh, ich habe es gefühlt, die Balance des Hiersein, des Jetzt, das Weltsein – für diesen Moment. Ein letztlich ‚abstrakter‘ Vorgang voller Emotionalität, das Einssein ohne Dauer, im Bewusstsein der immerwerdenden /immergleichen Trennung.
Erfahren.
Größe.
Gesicht.

So ist jede Entäußerung von mir eine Befragung des Widerstands, so male ich kein Bild über ein Thema, oder dessen Variation, ich verarbeite, was mich im Innersten anstößt. Zudem bin ich wohl keiner, der die Kunstinteressierten erfreut, sie spüren meine Abneigung gegen das System an sich; aber das sollte erst schultern, wer die Ränder der Kunst wahrhaft erkundet hat.

Oszillationen

Warum kann ich Beethoven hören, ohne mir Gedanken über seine Zeit machen zu müssen? Bei Lyrik oder Prosa gelingt das nur bedingt, denn natürlich ist Musik immer ein Ereignis in der Zeit. Das Wort muss gelesen, transformiert, encodiert werden.
Das Narrativ in der Musik ist eher klein, wird aber gebraucht um grössere Bogen zu spannen(, wie bei der Pastorale). Wo diese Ebene aufgegeben wird, zerfällt das duale Prinzip von Realität und Interpretation, wird ersetzt durch emotionale Eindrücklichkeit, bis zum Geräusch, wird konkreter.
Aber letztlich geht mir konkrete Kunst auf den Senkel und doch, für Malerei ist es der halbe Weg. Sehe ich einen Rembrandt, ist das Eingebettetsein in den kunsthistorischen Kontext eher die letzte Ebene über die ich nachdenke, aber bis ich bei Flauberts Roman ‚Madame Bovary‘ über 1857 hinaus gelesen habe, dauert es. Zitat Wikipedia: […] gilt als einer der großen Werke der Weltliteratur aufgrund der seinerzeit neuartigen realitätsnahen Erzählweise‘. Ja was nun? Heute nicht mehr neuartig, ist er nur noch für Historiker gut? Vergegenwärtigt stehe ich vor dem großen Bild ‚Kämpfende Hirsche oder Brunft im Frühling‘, 1858/1859 von Courbet: Malerei, die sich weit über dem Ereignis einer großbürgerlichen Szenerie erhebt.
Gute Malerei ist Befreiung, Offenlegung des ästhetischen Gitters, das ging mindestens bei Rembrandt los. Auch davor wurde dieses Gitter angelegt, nur war es ein ideales, von der Form, vom Objekt her gedachtes – durchaus mit grandiosen Ergebnissen. Mir geht es in erster Linie nicht um das Feld, sondern um die Furche: ein Feld entwickelt sich durch die Setzung von Strichen (wie bei van Gogh), wird zur Form, zum Bild. Hierarchisch völlig unterschiedliche Ansätze.
Zwei, drei Striche sind schon ein Gesicht, eine Tür, Berg oder Galgen. Das Eigentliche bleibt außen vor, stellt sich als Referenz ein. Nun verhält sich der Strich zum Mitgedachten wie zum Feld, das wäre die Oszillation, das Schwingen zwischen Bestimmung und Konkretion, vielleicht wie das leise Summen eines Bildes bei Karl Heinrich Greune. Mehr ist da nicht, aber das ist schon viel, in einer Zeit, da Malerei sich immer wieder neu behaupten (den Kopf aufsetzen) muss. Das Bild selbst wird zur offenen Schöpfung (aus der großen Suppe heraus), ist nicht mehr Repräsentant von etwas anderem, obwohl es vom Wesen außerhalb Zeugnis ablegt.
Auf der Grenzfläche wird immer neu eingeschrieben, was die Form beinhaltet, nur ist diese Grenze eher eine Membran, auf die projeziert wird, bei einem Bildwerk können wir nun aussuchen von welcher Seite aus es betrachtet werden soll.

Warum der Glaube am Nagel hängt

Die drei Nägel im Fleisch und Knochen sind das Gleichgewicht, sind die Brücke, sind der Geist, sind der Tod von dem, der fragt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Fragen muss, denn in diesem letzten Funken spricht der Mensch. Erst durch das Verlassen des Lebens und jeglichem Glauben steht er auf. Jesus wusste es nicht besser?, eher eine Präzedenz des dualen Spiels.
Die Auferstehung ist eine Behauptung der Hinterbliebenen, Dreh- und Angelpunkt christlicher Leere (ee, kein Fehler). Wunder werden erzwungen, der Glaube bewiesen, geht seinen eigenen Weg als Bestätigung der Gottwerdung über die Schwelle der Zeit hinaus.
Wie bekommt man das gerade gerückt? Gar nicht. Nur, dass man von dieser Zeit, an den Glauben glauben soll. Mit der Himmelfahrt entsteht ein Narrativ, institutionell nennt es sich Kirche.
So hat sich eine Repräsentanz gebildet, die diesen Vorgang verwalten will, Deutungshoheit gewonnen hat. Für die Völker eine Katastrophe. Am christlichen Wesen musste die Welt genesen, eine Welt, die keine Heilung brauchte. Es wurde ein vermeintliches Seelenheil konstruiert, ohne das man nicht ins Paradies kommen konnte. Immer noch besser ein im guten Sinn erschlagener Wildling (Ungläubiger), als dass er in der Hölle hätte schmoren müssen – eine Rechtfertigung, die einem erst mal einfallen musste.
Rettung im Paradies? Das Christentum (auch der Islam) brauchen die Läuterung im Szenario des Weltenbrandes. Je heißer und realer die Hölle, desto größer der Auftrieb. Eine Spur der Verwüstung, die sich durch die Täler des Geistes (und Landes) zieht.
Da ist keine Erlösung (auch nicht im buddhistischen Verstandestod = Stillstand der Interpretation = Nirvana), es gibt nur Akzeptanz und Handlung, die aus der inneren Notwendigkeit entspringt, jeden Moment das Beste zu geben und anzunehmen, dass man vor dem Gang aus dem Haus seine Schnürbänder richtig gebunden hat. Mehr ist nicht zu tun.
Ah, vielleicht noch den Kapitalismus abschaffen.

Wie in allen seinen lateinischen Messvertonungen lässt Schubert im Credo den Satz “Et unam sanctam catholicam et apostolicam ecclesiam” (deutsch: „[Ich glaube an] die eine heilige katholische und apostolische Kirche“) aus, sowie – gleich mit fast allen anderen seiner lat. Messen (mit Ausnahme seiner ersten in F-Dur) – auch den Satz “Et expecto resurrectionem mortuorum” (deutsch: „Ich erwarte die Auferstehung von den Toten“), und gibt damit seinen ganz persönlichen Vorbehalten gegenüber bestimmten zentralen christlichen Glaubenssätzen Ausdruck.

Wikipedia: Messe Nr. 2 (Schubert)