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Warum der Glaube am Nagel hängt

… die drei Nägel im Fleisch und Knochen sind das Gleichgewicht, sind die Brücke, sind der Geist, sind der Tod von dem, der fragt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Fragen muss, denn dieser letzte Funke Leben läßt ihn noch Mensch sein; erst durch das Verlassen des Lebens und jeglichem Glauben geht er auf. Jesus wußte es nicht besser?, eher eine Päzedenz seiner Menschlichkeit die Gott ist: Dass duale Spiel.
Die spätere Auferstehung ist Abbild dessen und eine Behauptung der Hinterbliebenen, Dreh- und Angelpunkt christlicher Leere (ee, kein Fehler). Wunder werden erzwungen, der Glaube bewiesen, geht seinen eigenen Weg als Bestätigung der Gottwerdung über die Schwelle der Zeit hinaus.
Wie bekommt man das gerade gerückt?, gar nicht. Nur, dass man von da, an den Glauben glauben soll. Mit der Himmelfahrt entsteht ein Narrativ, wird dies institutionell, nennt es sich Kirche.
So bleibt uns nichts, als selbst bewußt Kind des Einen zu werden, was wir qua Geburt immer schon sind (verstoßen durch die Erbsünde). So müssen wir wohl (oder übel) sterben, um dies in seiner Totalität zu erfassen. Da hilft die Erzählung von Jeschua, blendet jedoch – mit der Auferstehung – die Notwendigkeit der eigenen Verantwortung aus.
Es hat sich eine Repräsentanz gebildet, die diesen Vorgang verwalten will, über die Zeit die Deutungshoheit gewonnen hat und sich vom Wächter zum Wärter gerierte. Für die Völker eine Katastrophe. Am christlichen Wesen musste die Welt genesen, eine Welt, die keine Heilung brauchte. Es wurde ein vermeintliches Seelenheil konstruiert, ohne das man nicht ins Paradies kommen konnte. Immer noch besser ein im guten Sinn erschlagener Wildling (Ungläubiger), als dass er in der Hölle hätte schmoren müssen – solch eine Rechtfertigung musste einem erstmal einfallen.
Rettung im Paradies? Das Christentum (auch der Islam) brauchen die Läuterung, im Szenario des Weltenbrandes. Je heißer und realer die Hölle, desto größer der Auftrieb des Glaubens.
Da ist aber keine Erlösung (auch nicht im buddhistischen Verstandestod = Stillstand der Interpretation = Nirvana), es gibt nur Akzeptanz, die Minimierung des Widerspruchs zum Leben und die will mir gerad nicht gelingen. Alles legt sich quer, versperrt den Weg, oder ist es nur der Widerstand, der sich in negativen Strukturen äußert, die man intensiver erlebt – die Apokalypse so nah?
Eine Spur der Verwüstung, die sich durch die Täler des Geistes (und Landes) zieht. Religiosität sollte zu einem ‚Glauben Müssen‘ werden, die aus der Notwendigkeit entspringt, jeden Moment das Beste zu geben und anzunehmen, dass man vor dem Gang aus dem Haus seine Schnürbänder gut geknotet hat. Mehr ist nicht zu tun.
Ah, vielleicht noch den Kapitalismus abschaffen.