Archiv für den Monat: Mai 2021

Warum der Glaube am Nagel hängt

… die drei Nägel im Fleisch und Knochen sind das Gleichgewicht, sind die Brücke, sind der Geist, sind der Tod von dem, der fragt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Fragen muss, denn dieser letzte Funke Leben läßt ihn noch Mensch sein, erst durch das Verlassen des Lebens und jeglichem Glauben wird er Eins (mit Gott). Jesus wußte es nicht besser? Die Auferstehung ist eine Behauptung der Hinterbliebenen, dann Dreh- und Angelpunkt christlicher Leere (ee, kein Fehler). Wunder werden erzwungen, der Glaube bewiesen, geht seinen eigenen Weg als Bestätigung der Gottwerdung über die Schwelle der Zeit hinaus.
Wie bekommt man das gerade gerückt?, gar nicht. Nur, dass man von da, an den Glauben glauben muss. Mit der Himmelfahrt gibt es ein Narrativ, wird dies institutionell, nennt es sich Kirche.
So bleibt uns nichts, als selbst bewußt Kind des Einen zu werden (was wir qua Geburt natürlich schon immer sind, verstoßen durch die Erbsünde). Wie es scheint, müssen wir sterben, um dies in seiner Totalität zu erfahren. Da hilft die Erzählung vom Einem, der für uns gestorben ist, wenig, blendet die Notwendigkeit aus.
Es bildet sich eine Repräsentanz, die diesen Vorgang verwalten will, über die Zeit die Deutungshoheit gewinnt und vom Wächter zum Wärter mutiert. Für die Völker eine Katastrophe. Am christlichen Wesen musste die Welt genesen, eine Welt, die nach heutigem Maßstab keine Heilung brauchte. So wird – über die Auferstehung – ein vermeintliches Seelenheil konstruiert, ohne das man nicht ins Paradies kommen könnte. Immer noch bessser ein im guten Sinn erschlagener Wildling (Ungläubiger), als dass er in der Hölle schmoren müsste – solch eine Rechtfertigung muss einem erstmal einfallen.
Rettung im Paradies? Das Christentum (auch der Islam) brauchen die Leuterung, im Szenario des Weltenbrandes. Je heißer und realer die Hölle, desto größer der Auftrieb des Glaubens an den Glauben.
Da ist aber keine Erlösung (auch nicht im buddhistischen Verstandestod = Stillstand der Interpretation = Nirvana), es gibt nur Akzeptanz, die Minimierung des Widerspruchs zum Leben und die will gerad nicht gelingen. Alles legt sich quer, versperrt den Weg, wirklich alles?, oder ist es nur der Widerstand, der sich in den negativen Strukturen äußert, die man intensiver erlebt; die Apokalypse so nah?
Eine Spur der Verwüstung, die sich durch die Täler des Geistes zieht. Der verstellte Glaube sollte zu einem ‚Glauben Müssen‘ werden, aus der Notwendigkeit entspringen, in jedem Moment das Beste zu geben und anzunehmen, dass man vor dem Gang aus dem Haus die Schnürbänder gut geknotet hat. Mehr ist nicht zu tun.
Ah, vielleicht noch den Kapitalismus abschaffen.